Ein unvergesslicher Konzertabend: Das Musikkorps der Bundeswehr zu Gast beim SBO Antoniuskolleg

Was der Musikverein Antoniuskolleg (AK) am vergangenen Wochenende in der Jabachhalle auf die Beine stellte, war weit mehr als ein gewöhnliches Frühjahrskonzert. Es war eine klanggewaltige Begegnung der Generationen, ein Schulterschluss zwischen ambitionierten Amateuren und der europäischen Elite der Blasmusik.
Eigentlich schien alles wie immer: Frühling in Lohmar, die Jabachhalle gut gefüllt. Doch schon beim Betreten der Bühne am Samstagabend spürte das Publikum, dass dieser Abend anders werden würde. Das Sinfonische Blasorchester (SBO) des AKs hatte sich nämlich keine Geringeren als das Musikkorps der Bundeswehr eingeladen – eines der renommiertesten Blasorchester Europas.
Das SBO entführte die Zuhörer mit José Alberto Pinas „Ghost Ship“ in die neblige Welt eines amerikanischen Schiffswracks. Die düstere, teils melancholische und hochspannende Atmosphäre mit Live-Electronic-Elementen riss das Publikum mit.
Anschließend begleitete das Orchester die Bundeswehr-Solistin Olivia Nosseck am Saxophon („Pequena Czarda“) und das beeindruckende Tuba-Quartett – bestehend aus Bundeswehr-Musikern – („Synergy“) einfühlsam und flexibel. Besonders das Tuba-Quartett räumte mit dem Vorurteil auf, das „Blech in der letzten Reihe“ könne nur Begleitung: Es war eine Demonstration von Virtuosität und klanglicher Vielfalt.
Nachdem das SBO unter tosendem Applaus die Bühne geräumt hatte, demonstrierte das Musikkorps der Bundeswehr unter der Leitung von Timor Chadik, warum sie zur Weltspitze gehören. Mit James Barnes’ „Symphonic Overture“ und dem technisch brillanten „Extreme Make-Over“ entfesselten sie eine klangliche Wucht, die die Jabachhalle zum Beben brachte. Hier traf absolute technische Perfektion auf tiefe Emotion.
Nach der Pause folgte der Moment, auf den alle hin gefiebert hatten: Die Bühne, welche extra für das Konzert auf die doppelte Größe erweitert worden war, wurde im Handumdrehen umgebaut und 120 Musikerinnen und Musiker – SBO und Bundeswehr vereint – nahmen gleichzeitig Platz.
Als dieser wunderbare Klangkörper unter dem Dirigat von Christoph Barth „Fate of the Gods“ von Steven Reineke anstimmte, war der Kampf zwischen Gut und Böse in der nordischen Mythologie nicht nur hörbar, sondern körperlich spürbar. Es war eine mitreißende Klanggewalt, die dennoch feinste Nuancen zuließ. Mit dem feurigen „Danzon No. 2“, der inoffiziellen Nationalhymne Mexikos, unter dem Dirigat des Chefdirigenten Oberstleutnant Timor Chadik hielt es niemanden mehr ruhig auf den Stühlen. Die pure Lebensfreude der 120 Akteure schwappte wie eine Welle ins Publikum.
Hinter diesem mitreißenden Konzertabend steckte intensivste Vorarbeit: Ein halbes Jahr Planung und Umsetzung, ein Probentag, Probenwochenende und viele Montagsproben lagen hinter den Mitgliedern des SBOs. Dass am Ende alles so perfekt ineinandergriff – obwohl erst am Konzerttag selbst in einer vierstündigen Mammut-Probe beide Orchester das erste Mal zusammengekamen – war nur durch unermüdliches Engagement und Teamwork des gesamten Musikvereins umsetzbar.
Sogar der WDR begleitete die Vorbereitungen und das Konzert für die „Lokalzeit Bonn“ (nachzuhören und zu sehen in der ARD Mediathek).
Als die letzte Zugabe, Richard Wagners „Elsas Zug zum Münster“, in einem gewaltigen Finale endete und schließlich ausklang, war klar: Hier ist für viele junge Musiker und Musikerinnen des AKs ein großer Traum in Erfüllung gegangen: Einmal mit den „ganz Großen“ auf einer Bühne stehen – in Lohmar wurde dieser Traum für einen Abend zur strahlenden Realität.

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Ein Koffer voller Klangjuwelen: Das Antoniuskolleg verzaubert die Jabachhalle mit einer musikalischen Weltreise
Um mit dem Musikverein Antoniuskolleg um die Welt zu reisen, braucht man keinen Reisepass – nur ein Ticket für die Jabachhalle. Am vergangenen Sonntag nahmen die Orchester des Antoniuskollegs das Publikum mit auf eine musikalische Expedition, die von der Sahara bis zum Himalaya führte.
Unter dem Motto „Eine musikalische Weltreise“ präsentierten das Sinfonische Blasorchester (SBO), das Jugendblasorchester (JBO) und die Bläserklassen ihr abwechslungsreiches Programm. Charmant und kurzweilig gerahmt wurde der Nachmittag durch einen Wettkampf zweier Moderatoren-Teams: Vier Enkel (Emily Feldner, Adrian Pfaff, Hanna Keller und Jonas Kolf) wurden von ihrem Opa (Reiner Kolf) auf eine Weltreise geschickt – ein roter Faden, der Jung und Alt gleichermaßen zum Schmunzeln brachte.
Den Auftakt machte das JBO unter der Leitung von Benedikt Wippermann. Mit „Sands of the Sahara“ beschworen sie erst die flirrende Stille der Wüste herauf, um sie dann in einen gewaltigen musikalischen Sandsturm anschwellen zu lassen. Über das mystische Skandinavien („Fate of the Gods“) und das feurige Ungarn („Puszta“) arbeiteten sich die jungen Talente in die Herzen der Zuschauer.
Einer der absoluten Höhepunkte des Nachmittags folgte unter dem Taktstock von Co-Dirigent Kristian Palauneck. Das SBO brachte mit „Jambo Africa“ den Kontinent nicht nur akustisch, sondern physisch in die Halle. Die afrikanischen Solisten Diene Sagna (Gesang und Tanz) und Abes Diouf (Djembe) entfesselten gemeinsam mit der Percussion-Sektion eine Rhythmusgewalt, die niemanden auf den Sitzen hielt. Als schließlich 60 Kinder in einer einstudierten Tanz-Choreografie die Bühne stürmten, erreichte die Stimmung ihren Siedepunkt.
Auch die Jüngsten zeigten, was in ihnen steckt: Die Bläserklassen 5b und 6b beeindruckten mit ihren rasanten Fortschritten und entführten die Gäste stilsicher von afrikanischen Tänzen bis nach Havanna. Das JBO knüpfte im zweiten Teil nahtlos an und sorgte mit den emotionalen Melodien aus „Encanto“ für Gänsehautmomente.
Das Sinfonische Blasorchester setzte im Finale auf musikalische Schwergewichte. Fein instrumentiert erklomm man den „Mount Everest“, bevor die Musiker mit dem epischen Werk „The Ghost Ship“ eine klangliche Wucht entfalteten, die die Jabachhalle förmlich erzittern ließ. Mit dem energetischen „Danzón No.2“ und der Zugabe „El Cumbanchero“ gab es kein Halten mehr: Standing Ovations und tosender Applaus waren der verdiente Lohn für eine technische wie emotionale Glanzleistung.
Abgerundet wurde das Erlebnis durch die AG „AKamera“, die das Geschehen virtuos auf eine Großleinwand projizierte, während das Team um Basti Begger mit ihrem Licht- und Soundkonzept für die perfekte Atmosphäre sorgte.
Am Ende des Tages stand das Moderations-Duell unentschieden. Der „Schatz“ des Opas – ein leerer Koffer – war die schönste Botschaft des Tages: Die Enkel und das Publikum nahmen ihn mit nach Hause, prall gefüllt mit unbezahlbaren Erinnerungen an ferne Kulturen und einen unvergesslichen Konzertnachmittag.
Ein Ereignis, das wieder einmal bewies: Musik am Antoniuskolleg ist nicht nur ein Schulfach, sondern eine Leidenschaft, die Menschen verbindet.
















Über uns
Der „Musikverein Antoniuskolleg Neunkirchen e.V.“ …
…möchte Menschen jeden Alters an die Musik heranführen und sie für das gemeinsame Musizieren begeistern. Die Orchesterarbeit am Antoniuskolleg entstand bereits 1904 und schaut somit auf eine lange Tradition zurück. Mittlerweile können Musikbegeisterte im 2018 gegründeten Musikverein Antoniuskolleg Neunkirchen e.V. oder in den Bläserklassen ein Musikinstrument erlernen und in einem der vier Orchester Vor–Orchester, Jugendblasorchester, Anfänger-Blasorchester für Erwachsene oder dem Sinfonischen Blasorchester mitwirken.
Unsere Orchester gestalten gemeinsam zwei abendfüllende Konzerte im Jahr: Das Frühjahrskonzert im März und das Herbstkonzert im September. Zur Vorbereitung der Auftritte fahren alle gemeinsam im Frühjahr auf eine mehrtägige Probenfahrt und führen im Herbst ein Probenwochenende im Antoniuskolleg durch.
Neben den beiden Konzerten spielen die Orchester bei Schulveranstaltungen, Veranstaltungen der Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid (z.B. Frühlingsfest, Feuerwehrfest, Weihnachtsmarkt) und der Evangelischen und Katholischen Pfarrgemeinde (z.B. Fronleichnamsprozession, Erntedankfest, St. Martinszug, Weihnachtsgottesdienste). Zur Tradition gehört ebenso der weihnachtliche Auftritt im Maternushaus in Köln.
Die Probenzeiten und -orte der Ensembles sind:
Vor-Orchester (Unterstufenschüler*innen bis Klasse 7): Montags von 14.15-15.15 Uhr, Bläserraum K111
Jugendblasorchester (vor allem Mittelstufenschüler*innen bis Klasse 10): Montags von 14.15-15.45 Uhr, Aula des Antoniuskollegs (Leitung: Benedikt Wippermann)
Kleines Blasorchester für Erwachsene: wöchtentlich montags von 17.30-18.30 Uhr, Bläserraum K111 (Leitung: Leonie Eitjes)
Sinfonisches Blasorchester (vor allem Oberstufenschüler*innen und Erwachsene): Montags von 19.00-21.00 Uhr, Aula des Antoniuskollegs (Leitung: Christoph Barth)

